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11 Oktober 2007

Kostenlos: Werbefinanzierte Music On Demand

Man GEHT nicht mehr ins Internet, man IST im Internet. Selbstverständlich ist heute jeder Computer mit einem Breitbandzugang online. Es wird nicht lange dauern, bis dies auch für sämtliche mobilen Geräte gilt (mobil online - ist widersprüchlich und klingt etwas nach meinem Hund: da muss man sich wohl noch mal nach einer besseren Wortfindung umsehen). Sobald man für eine günstige Flatrate einen breitbandigen, mobilen Internetzugang haben kann, wird es wohl zu einer weiteren Revolution bezüglich des Musikkonsums kommen:

  • Die Schallplatte ersetzt die Musikkapelle,
  • die CD die Schallplatte,
  • das mp3 die CD
  • und der Music Stream das mp3.

Warum sollte man sich die Mühe der Archivierung und Pflege einer eigenen mp3-Sammlung antun, wenn man jederzeit kostenlos den gewünschten Song bzw. die gewünschte Playlist per Music Stream hören bzw. sehen kann?
Erste Ansätze waren personalisierte Online-Radios, wie z.B. pandora.com (jetzt nur noch für alle, die eine US-IP haben oder vortäuschen können) oder lastfm.de (sehr empfehlenswert). Weitere Entwicklungsschritte sind imeem.com und vor allem deezer.com.

Letzteres ist der weltweit erste kostenlose, werbefinanzierte Music On Demand Service: hier kann man gezielt Songs suchen und per Stream anhören. Dazu kann man sich auch eigene Playlisten erstellen und natürlich auch mit Gleichgesinnten austauschen (Web 2.0 Social Music Community).
Nach ersten rechtlichen Anfangsschwierigkeiten mit Musikverwertungsgesellschaften und Major Labels hat Deezer nun einen Vertrag mit der französischen Musikverwertungsgesellschaft SACEM abgeschlossen. Ein weiterer Deal wurde soeben mit Sony BMG besiegelt. Es ist zu erwarten, dass der Rest der Majors nachziehen wird und somit bald ein riesiges kostenloses Streamangebot bestehen wird. Bereits jetzt stehen 165.000 Songs aus dem Sony-BMG-Katalog zum kostenlosen Anhören zur Verfügung.
Momentan gibt es offenbar noch Kapazitätsprobleme: die Streams stottern. Aber dies sollte sich schnell beheben lassen. Ein weiteres Manko: noch ist der mobile Music Stream nicht massenfähig, entsprechend macht der Service bis jetzt nur stationär Sinn. Aber auch das wird sich in Kürze ändern.

Bezahlt wird, wie gesagt, alles von den Werbeeinahmen. Das Musiklabel der Zukunft wird wohl zum großen Teil Aggregator von Musikinhalten und Distributor von Werbeeinnahmen sein.

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3 Kommentare:

Anonymous Anonym said...

Hallo Cornelius,

wir hatten doch gerade auf der Popkom dieses Thema in einer Diskussionsrunde, bei der sich die einige dieser Portale vorgestellt haben. We 7, Spiralfrog und Q Tracks. Die machen an und für sich genau das. Die Frage, die sich bei allen diesen Diensten stellt ist der mehrwert für die Werbetreibende Wirtschaft. An diesem Punkt helfen dann nur klare musikalische Markenidentitäten, wie wir Sie bei der audio consulting group entwickeln.

Gruß

Wilbert Hirsch

14 Oktober, 2007 22:43  
Blogger Cornelius Ringe said...

Hallo Wilbert,
bezüglich den Anforderungen an die Werbekommunikation auf solchen Portalen stimme ich mit Dir voll überein.
Aber noch mal kurz zu Deezer: der unterschied ist hier, dass hier jeder bedingungslos ohne Registrierung und Login sofort auf die Musik seiner Wahl, ganz nach Belieben, zugreifen kann. Und dass es sich hierbei um Streaming handelt und keinen Download von DRM-freien mp3s. Entscheidend für solche Angebote ist letztendlich die Benutzerfreundlichkeit, die bei den anderen Systemen noch längst nicht gegeben ist. Dort sollte man sich erst einmal genau die Spielregeln durchlesen, bevor man etwas macht.
Aber wie schon im Beitrag erwähnt: das sollten lediglich einige ausgewählte Beispiele für einen allgemeinen Trend sein. meiner Meinung nach bietet Deezer zur Zeit ein zukunftweisendes Musterbeispiel.

Der Dienst von Spiralfrog ist derzeit nur in Canada und USA erhältlich.
We 7 ist ebenfalls auf mp3 basiert, bietet jedoch nur den üblichen Austausch von unbekannter Musik unbekannter Bands, die We 7 als Vetriebskanal nutzen (siehe z.B. auch www.potatosystem.com).


Viele Grüße nach New York,

Cornelius

24 Oktober, 2007 16:35  
Blogger Cornelius Ringe said...

Jetzt gibt es in UK auch die passenden Charts dazu: http://www.mediabiz.de/newsvoll.afp?Nnr=243645&RSS=1&Biz=musicbiz&Premium=N&Navi=00000000&T=1

02 November, 2007 17:28  

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