Die Marke Madonna

Madonna, bekannt als material girl, ist nicht nur eine Ikone der Popkultur, sie ist auch eine der stärksten Marken im Pop-Business. Da sie nun an ihrem voraussichtlich letzten Album für die Warner Music Group arbeitet werden immer mehr Details über ihre zukünftigen Geschäftspläne bekannt.
Bei Megastars, wie Madonna, geht der Trend zunehmend zur ganzheitlich geführten Künstlermarke. Mit anderen Worten: alles zentral aus einer Hand! (Vgl. Blogbeitrag: Plattenlabels ohne Platten)
Bisher waren die unterschiedlichsten Unternehmen für den Erlös eines Künstlers zuständig. Im Wesentlichen waren dies Plattenlabel, Musikverlag, Konzertveranstalter und Merchandising-Unternehmen. Hinzu kommen, je nach Portfolio des Künstlers, diverse weitere Subunternehmen wie z.B. ein separater Vertrieb, eine separate Promotion-Firma, eine Werbe- oder Sponsoring-Agentur, und das teilweise auch noch in vielen Ländern unterschiedlich besetzt.
Für potenzielle Kooperationspartner besteht auch heute noch ein Dschungel der Ansprechpartner und deren Kompetenzen. Wer hat wie, wo und warum was zu sagen und über welche Rechte verfügt er überhaupt? Kein Wunder also, wenn z.B. das Sportsponsoring viel professionalisierter als das Popsponsoring abläuft. Hier sind die Wege viel kürzer! Für Werbetreibende ist diese komplexe Gewirr der Musikwirtschaft mit einer gewissen Trägheit ("Tut mir leid, für diesen Song brauchen wir noch die Zustimmung des Komponisten, der sich aber leider gerade auf einem Selbstfindungstrip zu Fuß durch die Kalahari befindet") und latenten Unsicherheit/Risiken verbunden.
Madonna plant nun offenbar genau das, was die Plattenlabels fürchten und was sich die Kooperationspartner aus der Wirtschaft wünschen: Madonna als unabhängige und ganzheitlich aufgestellte Marke, ein Unternehmen und ein Ansprechpartner für alle Fragen.
Eigentlich genau das, was jeder Künstler einmal ganz am Anfang war, bevor er "entdeckt" wurde. Es ist aber auch klar, dass sich dieses Geschäftsmodell nur die leisten können, die einst durch die herkömmliche Musikwirtschaft groß gemacht wurden.
Foto: HansVdb
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