Sollten sich potenzielle Sponsoren mal fragen, in welchem Musikgenre sie sich engagieren wollen, so könnte folgende Studie bzw. Künstleraktion von Fernanda Viégas and Martin Wattenberg bei der Entscheidungsfindung behilflich sein: Flashmap.
Hierbei wird aufgezeigt, welche Körperteile in den Liedertexten am häufigsten genannt werden. Sicherlich nicht ganz wissenschaftlich korrekt, aber dafür umso amüsanter. Man kommt umhin, gewisse musikalische Klischees bestätigt zu finden. Auch wenn es nicht sich hierbei um keine wirklich seriöse Studie handelt, so lassen sich dennoch explizite Rückschlüsse auf das jeweilige Genreimage ableiten. Genau die Images, mit denen sich viele Marken gerne assoziiert sehen wollen. Aber Vorsicht: manche Genres sind bekannt für explicit lyrics
In dem TV-Spot zur neuen Crosspromotion Kampagne "Zero Zero 7" von Coca-Cola und dem neuen (22.) James Bond Streifen "Quantum of Solace" wird eine Coke Zero Flasche im klassischen James-Bond Design in Szene gesetzt. Natürlich alles in den Corporate Colors von Coca-Cola. Doch was wäre James Bond ohne seine coole Musik? Die kommt in diesem Fall direkt aus dem Soundtrack zu "Quantum of Solace" und wurde vom White Stripes Frontman Jack White komponiert (bitte nicht mit dem deutschen Schlagerproduzenten verwechseln).
Man fragt sich hierbei natürlich, wie es zu so etwas kommen kann. Insbesondere, da White ansonsten offenbar keine Berührungsängste mit Werbung - retrospektiv mit Coca-Cola-Werbung - hat: 2006 produzierte er die Musik "Love is the Truth" für den Coca-Cola Spot "What goes around". Geht es hier White wirklich um hohe künstlerische Ansprüche oder doch eher um pekuniäre Aspekte der Rechteverwertung?
Coca-Cola Spot "What goes around":
Es ist davon auszugehen, dass sich die James Bond Produktionsfirma Eon (nicht zu verwechseln mit dem Energiekonzern) umfangreiche Nutzungsrechte für den Titelsong des neuen Films gesichert hat, was logischer Weise auch die Synchronisationsrechte für Werbespots beinhaltet. Coca-Cola hat sich bei Eon wiederum für mehrere Millionen Pfund als Werbepartner eingekauft, so dass die Crosspromotion Kampagne exakt das ist, was man von ihr erwartet: Werbung für den neuen James Bond Film UND natürlich Werbung für Coke Zero. Andererseits müssen in der Regel die Werbetreibenden die Art und Weise, wie die betreffende Musik in ihrer Werbung verwendet wird, immer genau mit dem Künstler/Musikverlag absprechen, um die Lizenz zu erhalten. Da das Management keine weiteren juristischen Maßnahmen ankündigte, sondern in einer Presseauskunft nur die Enttäuschung von Mr. White zum Ausdruck brachte, ist auch davon auszugehen, dass in den Lizenzverträgen auch die Nutzung für Crosspromotion klar geregelt wurde. Hat hier das Künstlermanagement nicht genau aufgepasst? Jedenfalls ist es doch etwas uncool, wenn man sich als Künstler zuerst auf Kooperationen dieses Ausmaßes einlässt, um den Werbepartnern (in diesem Fall sowohl Eon als auch Coca-Cola) später in der Öffentlichkeit in den Rücken zu fallen. Ist Jack White noch ein zuverlässiger Partner für Werbetreibende? Ist er als Künstler noch glaubwürdig?