Kostenlos: Werbefinanzierte Music On Demand
Man GEHT nicht mehr ins Internet, man IST im Internet. Selbstverständlich ist heute jeder Computer mit einem Breitbandzugang online. Es wird nicht lange dauern, bis dies auch für sämtliche mobilen Geräte gilt (mobil online - ist widersprüchlich und klingt etwas nach meinem Hund: da muss man sich wohl noch mal nach einer besseren Wortfindung umsehen). Sobald man für eine günstige Flatrate einen breitbandigen, mobilen Internetzugang haben kann, wird es wohl zu einer weiteren Revolution bezüglich des Musikkonsums kommen:
- Die Schallplatte ersetzt die Musikkapelle,
- die CD die Schallplatte,
- das mp3 die CD
- und der Music Stream das mp3.
Warum sollte man sich die Mühe der Archivierung und Pflege einer eigenen mp3-Sammlung antun, wenn man jederzeit kostenlos den gewünschten Song bzw. die gewünschte Playlist per Music Stream hören bzw. sehen kann?
Erste Ansätze waren personalisierte Online-Radios, wie z.B. pandora.com (jetzt nur noch für alle, die eine US-IP haben oder vortäuschen können) oder lastfm.de (sehr empfehlenswert). Weitere Entwicklungsschritte sind imeem.com und vor allem deezer.com.
Letzteres ist der weltweit erste kostenlose, werbefinanzierte Music On Demand Service: hier kann man gezielt Songs suchen und per Stream anhören. Dazu kann man sich auch eigene Playlisten erstellen und natürlich auch mit Gleichgesinnten austauschen (Web 2.0 Social Music Community).
Nach ersten rechtlichen Anfangsschwierigkeiten mit Musikverwertungsgesellschaften und Major Labels hat Deezer nun einen Vertrag mit der französischen Musikverwertungsgesellschaft SACEM abgeschlossen. Ein weiterer Deal wurde soeben mit Sony BMG besiegelt. Es ist zu erwarten, dass der Rest der Majors nachziehen wird und somit bald ein riesiges kostenloses Streamangebot bestehen wird. Bereits jetzt stehen 165.000 Songs aus dem Sony-BMG-Katalog zum kostenlosen Anhören zur Verfügung.
Momentan gibt es offenbar noch Kapazitätsprobleme: die Streams stottern. Aber dies sollte sich schnell beheben lassen. Ein weiteres Manko: noch ist der mobile Music Stream nicht massenfähig, entsprechend macht der Service bis jetzt nur stationär Sinn. Aber auch das wird sich in Kürze ändern.
Bezahlt wird, wie gesagt, alles von den Werbeeinahmen. Das Musiklabel der Zukunft wird wohl zum großen Teil Aggregator von Musikinhalten und Distributor von Werbeeinnahmen sein.
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