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31 Oktober 2008

Bedeutungsaufladung von Popmusik im soziokulturellen Kontext

Popmusik ist mehr als nur Musik. Im soziokulturellen Kontext können einzelne Songs eine stark symbolträchtige Bedeutungsaufladung erfahren. Gemeint sind hierbei weniger offensichtliche Hymnen zu bestimmten Ereignissen, wie z.B. "Blowin' In The Wind" (Friedensbewegung der 1960er), "Wind Of Change" (Mauerfall) oder meinetwegen auch "Candle In The Wind" (Lady Diana). Vielmehr geht es um Songs, die erst nach Ihrer Entstehung durch mehr oder weniger Zufall eine symbolische Bedeutung bekommen haben.
In der Werbung sollte die Symbolkraft von Musik gezielt genutzt werden ? sollte!
Ob das die Leute der Werbeagentur von Hewlett-Packard auch getan haben, als sie den Song für den HP TouchSmart Spot herausgesucht haben?






Manche machen es sich offenbar zu leicht, indem sie die Symbolkraft bzw. den semiotischen Bezug zum Produkt lediglich in den Titeln und Lyrics der Songs suchen. Im Falle von HP schein der Song für den Unwissenden gut zu passen: hier hört man Joan Jett singen "Do You Wanna Touch Me" und sieht dabei den Touch Screen des neuen HP-Computers.
Problematisch wird das erst, wenn man weiß bzw. durch einfachste Recherche (ein Klick in Wikipedia reicht aus) feststellt, dass der Song von Gary Glitter stammt, der wegen Kindesmissbrauch zu mehr als zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde.


Gretchenfrage: hören Sie Musik, die Ihnen gut gefällt, auch wenn Sie den Sänger nicht leiden können?

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28 November 2007

Der Moby-Quotient

Wir Menschen haben offenbar stets das Bedürfnis, unsere Welt in festen Formeln zu beschreiben. Seit einiger Zeit gibt es nun auch den fadenscheinigen Moby-Quotienten.
Dabei handelt es sich um eine Formel, anhand der die Verwerflichkeit bestimmter Kooperationen von Popstars mit Werbung berechnet werden soll. Das dies ein mehr als zweifelhaftes Unterfangen ist, erkennt man nicht zuletzt an der Beliebigkeit der zur Berechnung verwendeten Faktoren.
Den Namen Moby-Quotient bzw. Moby-Gleichung (Moby Equation) erhielt die Formel von ihrem Initiator und Washington Post Autor, Bill Wyman. Demnach gilt Moby als Galionsfigur des kommerziellen Ausverkaufs von Popmusik an die Werbung, weshalb er als Namenspatron auserwählt wurde. Das Musik und Werbung jedoch schon immer ein inniges, wenn auch gespanntes, Verhältnis zueinander hatten und dies von Anfang an auch in den Medien thematisiert wurde, zeigen folgende Beiträge:

The New York Times 2001

Brandweek 1998

The New York Times 1987

Time 1973

Time 1961

Time 1957

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